Eschenbach ist eine attraktive Gemeinde im Voralbgebiet. Eingebettet in die herrliche Landschaft unter Kuhnberg, Fuchseck und Lotenberg hat sich der Ort seinen dörflichen Charme und Charakter bewahrt. Für Wanderer und Mountainbiker bietet die Region ein ideales Terrain – so verlaufen zum Beispiel die Fernwanderwege Albtraufgänger und Albtraufgucker durch die Eschenbacher Markung.
Wer dabei auch noch Wissenswertes über die Geschichte der Gemeinde erfahren möchte, sollte den Eschenbacher Geschichtsweg nicht verpassen. Dort findet man unter anderem Informationen über Dr. Theodor Engel (1842 – 1933), evangelischer Theologe, Geologe und Paläontologe – und wohl der berühmteste Sohn Eschenbachs.

Die Gemeinde liegt im geschützten Tal des gleichnamigen Baches am Fuße der Schwäbischen Alb, rund sechs Kilometer von der Kreisstadt Göppingen entfernt. Mit einer Markungsfläche von 482 Hektar gehört Eschenbach zwar zu den kleineren Gemeinden im Landkreis, hat sich aber dank seiner Lage von einer bäuerlich geprägten Ortschaft zu einer der beliebtesten Wohngemeinden im Voralbgebiet entwickelt. Heute leben dort rund 2 200 Menschen. Neben dem Geschichtsrundgang zieht vor allem der „Eschenbacher Sagenweg“ viele Wanderer aus Nah und Fern an.
Der Weg nach Eschenbach
Mit dem Fahrrad fahren wir von Kirchheim über Jesingen und das Wiestal bis nach Zell. Von dort geht es über die Senke bei Pliensbach im Albvorland weiter nach Gammelshausen. Ab Zell begleitet uns stets die Aussicht auf die drei Kaiserberge.
Ab Gammelshausen kann man wahlweise über Heiningen oder am Hang entlang nach Eschenbach und zur Eschenbacher Hütte gelangen. Wer von Gammelshausen über Heiningen fährt, folgt dem Radweg hinunter und biegt zwischen Heiningen und Eschenbach auf den Wanderweg ab, der zur Hütte führt.
Startpunkt Eschenbacher Hütte
Die Eschenbacher Hütte ist ein idealer Ausgangspunkt. Es stehen Parkplätze zur Verfügung, und eine Übersichtstafel informiert über den Sagenweg. Die Hütte befindet sich am Ende der Hasengasse. Von dort führt der Weg über den Hagweg, den Lotenbergweg und die Lotenbergstraße wieder zurück zur Hasengasse.
Entlang des Wegs berichten acht Tafeln von Sagen, die in Eschenbach und Umgebung seit Generationen erzählt werden. Der Sagenweg verläuft ohne nennenswerte Steigungen und ist daher auch für Familien mit Kinderwagen gut geeignet. Die Tafeln stehen in Abständen von 200 bis 400 Metern. Die Gesamtlänge beträgt etwa 2,5 Kilometer. Der Weg ist einheitlich mit dem Symbol des Eschenbacher Krautbauchs ausgeschildert und kann problemlos ohne Karte oder Ortskenntnis begangen werden.

Start- und Zielpunkt des Rundwegs ist die Eschenbacher Hütte mit angeschlossenem Biergarten. Die Einkehrmöglichkeit wird vom Schwäbischen Albverein betrieben und hat von Mittwoch bis Samstag ab 15.30 Uhr sowie sonntags ab 10.30 Uhr geöffnet. Angeboten wird frisch zubereitete schwäbische Hausmannskost – mit viel Liebe gekocht.
Die Sagen rund um Eschenbach
Acht Tafeln berichten von Sagen, die seit vielen Generationen in der Gemeinde Eschenbach und in der Gegend erzählt werden.
Drei davon werden hier beispielhaft genannt.
Das Fräulein von Zillenhart: Hoch oben auf der Burg Zillenhart lebte einst ein wunderschönes, aber hochmütiges Fräulein. Sie verachtete die einfachen Leute und verspottete ein armes Mädchen, das um Hilfe bat. Zur Strafe versank die Burg mitsamt ihrer Herrin im Boden. Seitdem heißt es, dass das Fräulein alle hundert Jahre erscheint – in ein weißes Gewand gehüllt, mit dem Schlüssel zur Burg in der Hand. Wer sie ohne Furcht anspricht, könnte sie erlösen.
Der Lange Heilig: In weißen Gewändern, groß gewachsen und still, soll der „Lange Heilig“ durch die Wälder rund um Eschenbach wandeln. Man erzählt sich, dass er Wanderern den Weg weist, vor Gefahren warnt und den Frommen hilft. Doch wer ihm spöttisch begegnet oder seine Gegenwart missachtet, dem droht Unheil. Sein Ursprung bleibt unklar – manche glauben, er sei ein Mönch, andere sehen in ihm einen alten Schutzgeist.
Der Glockenraub: Zur Zeit kriegerischer Unruhe drangen feindliche Truppen nach Eschenbach vor und raubten die Kirchenglocke. Die verzweifelten Bewohner beteten um göttlichen Schutz. Als die Eindringlinge die Glocke den Hang hinabschleiften, öffnete sich plötzlich die Erde – die Glocke verschwand spurlos. Seither sagt man, ihr geheimnisvoller Klang sei an stillen Tagen noch aus dem Hügel zu hören.
Fünf weitere Sagen gibt es zu entdecken: Die Bettelkuch, das Feldopfer an der Raisenmühle, der Fuchseckschäfer, der Franzosenschreck und der Geist in der Bettflasche.

