Neue Einstiegsbereiche, neue Farben und mehr Platz für Gepäck – die Designvorschläge setzen optisch um, was die Regionalversammlung vor einiger Zeit an Anforderungen formuliert hatte. In der Diskussion war es auch darum gegangen, ob es in den S-Bahn-Zügen künftig Toiletten geben soll und ob die 1. Klasse im Nahverkehr noch zeitgemäß ist.

Voraussichtlich 2034 soll ein neuer S-Bahn-Vertrag in Kraft treten. Ob erneut die Deutsche Bahn als Betreiberin zum Zug kommt, oder ob sich ein Konkurrent im Ausschreibungsverfahren durchsetzt, ist offen. Fest steht, dass der Verband Region Stuttgart, der Träger der S-Bahn ist, zu diesem Termin neue Züge bestellen will, um die Flotte zu modernisieren und Spielraum für den Netzausbau zu schaffen.

Erarbeitet hat das neue Design der Züge das Büro Tricon aus Kirchentellinsfurt bei Tübingen. Neu ist, dass sich die blau-gelb-hellgraue Außenlackierung der Züge, die das ursprüngliche Rot derzeit nach und nach ablöst, künftig im Interieur fortsetzen soll. Im Innenraum soll demnach die Farbe Blau dominieren. "Sie leitet sich einerseits aus der Corporate Identity des Verbands Region Stuttgart ab, steht andererseits aber auch für Vertrauen, Sicherheit und Seriosität", heißt es in der Designstudie. Gleichzeitig vermittele sie Ruhe und Gelassenheit.

Für die Reisenden sollen in den neuen Fahrzeugen vier verschiedene Sitzplatzmodule zur Vefügung stehen. In der 2. Klasse 4er- und 3er-Anordnungen sowie in der 1. Klasse großzügiger bemessene 4er-Module. Damit ist auch die Frage beantwortet, ob es in der S-Bahn weiterhin eine Unterteilung in mehrere Klassen geben soll.
Großzügig bemessen sein sollen auch die Einstiegsbereiche, der "Drängelraum". Über den Türportalen sind großformatige Displays zur Fahrgastinformation vorgesehen.

Neu gestaltet werden die Mehrzweckbereiche für Radfahrer sowie Reisende mit Rollstuhl oder Kinderwagen. In diesem Bereich gibt es seitliche Klappsitze. Bodenmarkierungen sollen intuitiv Orientierung bieten und helfen, Nutzungskonflikte zu vermeiden.

Unter allen Doppelsitzen sowie seitlich an den Einzelsitzen soll es in Zukunft Steckdosen sowie USB-Anschlüsse geben.

Nicht geben wird es auch künftig Toiletten. Dieser Wunsch war bisweilen geäußert worden, weil die S-Bahnen immer längere Distanzen zurücklegen. Wer von Endstation zu Endstation, also etwa von Kirchheim (Teck) nach Herrenberg, unterwegs ist, braucht knapp eineinhalb Stunden. Die Regionalräte hatten sich dennoch gegen Toiletten ausgesprochen.

Die Designstudie soll nun als Grundlage für die Ausschreibung dienen. Die Vorschläge könnten jedoch auch als gestalterischer Leitfaden für ein Redesign der bestehenden Flotte dienen, um ein einheitliches und wiedererkennbares Gesamtbild der Fahrzeuge zu erschaffen, heißt es im Begleittext.
An diesem Mittwoch, 30. September, diskutiert die Regionalversammlung über die Designvorschläge des Büros Tricon.

