Wernau. Auf dem Gelände der ehemaligen Daimler-Teststrecke am Naturschutzgebiet Wernauer Baggerseen soll eine Freiflächen-Photovoltaik-Anlage gebaut werden. Auf mehr als fünf Hektar Land, so die Pläne der zukünftigen Betreiber, soll künftig umweltfreundlich Energie erzeugt werden. Die Module sollen aufgeständert werden, denn die Wiese darunter wird, wenn die Anlage gebaut ist, von einer Schafherde beweidet.
Bezüglich des Vorhabens lagen Grundstückseigentümer und der Nabu-Kreisverband Esslingen lange nicht auf einer Linie. Im Februar jedoch kam Bewegung in die Angelegenheit. Im Rahmen eines Gesprächs im Wernauer Rathaus, an dem neben Bürgermeisterin Christiane Krieger und Vize-Landrätin Marion Leuze-Mohr auch die Grundstückseigentümer und Vertreter der Naturschutzverbände teilnahmen, wurde der Versuch unternommen, sich gütlich zu einigen. Drei Tage später fand zudem eine Besichtigung vor Ort statt, an der neben den beiden Vertretern der Grundstückseigentümer auch der Sprecher des Nabu-Kreisverbands, Roland Appl, teilnahm.
Bei diesem Termin kam schließlich eine Einigung zustande. Die vom Nabu geforderte Pufferzone zwischen dem Naturschutzgebiet und der projektierten Photovoltaik-Anlage wird eingerichtet. Diese Pufferzone soll nach Naturschutzgesichtspunkten entwickelt und gepflegt werden. Im Gegenzug werden die Naturschutzverbände den Widerspruch beim Landratsamt zurücknehmen. Die unterbrochenen Rodungsarbeiten können somit ab dieser Woche fortgesetzt werden.
Ende 2023 leitete die Stadt Wernau ein Bebauungsplanverfahren ein und beantragte zeitgleich eine Änderung des Flächennutzungsplans beim Verband Region Stuttgart. Denn die Fläche ist bislang als Grünzone eingetragen. Auch ein Zielabweichungsverfahren wurde eingeleitet, denn im Regionalplan ist die Fläche bisher noch Teil eines regionalen Grünzugs.
„Obwohl über diese drei Vorhaben bislang nicht entschieden wurde, beantragte die Stadt Wernau Ende Oktober 2024 eine Ausnahme und Befreiung von Verboten des Naturschutzgesetzes beim Landratsamt“, sagt Roland Appl, der seit vielen Jahren für den Nabu an den Wernauer Baggerseen im Einsatz ist.
Der Grund für die beantragte Ausnahmegenehmigung: Für die PV-Anlage müssen Feldgehölze und Feldhecken gerodet werden.

