Wernau/Kirchheim. Die Inhaberinnen der Praxis BAG Kinderärzte Wernau, Susanne Luxenhofer und Dr. Melanie Schröder, schauen mit großer Sorge auf die schlechter werdende kinderärztliche Versorgung in Kirchheim. Wie berichtet, werden Ulrich Kuhn und Dr. Wolf Rödiger das Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin im Alten Haus in Kirchheim verlassen. Stefan Gaißer macht mit einer angestellten Ärztin als Einzelpraxis weiter. Gaißer will versuchen, Patienten aus Kirchheim und dem Lenninger Tal inklusive Dettingen von Dr. Rödiger und Ulrich Kuhn zu übernehmen. Die Frage, ob für Dr. Rödiger ein Ersatz gefunden werden kann, ist aktuell noch offen.
Wer Patienten aufnimmt
Laut Susanne Luxenhofer haben sich neben ihrer Kollegin und ihr mehrere Ärztinnen und Ärzte bereit erklärt, Patienten aufzunehmen: Die Kja Kinder- und Jugendarztpraxis mit Dr. Klaus Grissinger und Friedrich Franz-Gerstein in Nürtingen, die Kids-Docs Praxis mit Dr. Katja Frankenbusch, Dr. Stefan Kurz und Lena Kögel in Nürtingen sowie die Kinderarztpraxis in Weilheim von Dr. Sebastian Schneider-Wirth.
„Wir haben uns bereit erklärt, Patienten aufzunehmen, aber nicht etwa, weil die Kinderärzte große Kapazitäten frei haben, sondern schlichtweg, weil wir es den kleinen Patienten gegenüber nicht verantworten können“, sagt Susanne Luxenhofer. In Anbetracht der kommenden jahreszeitbedingten Infektsaison bringe das alle ans Limit und sei eine enorme Herausforderung für alle Praxisteams. Besonders die Vertretungen bereiten ihr große Sorge. „So einfach mal 1,5 Kinderarztpraxen aufzuteilen, geht halt nicht“, sagt Luxenhofer.
Eine Garantie, dass Kinder aufgenommen werden, kann sie nicht aussprechen. „Es war Konsens, dass die Kollegen und Kolleginnen nur solange Patienten aufnehmen, wie sie es verantworten können. Deshalb kann es durchaus sein, dass wir Patienten abweisen müssen“, so Luxenhofer.

