Unfallschwerpunkt
Kreuzung Tiefenbachtal: Kommt eine Ampel oder ein Kreisverkehr?

Laut Verkehrsminister Winfried Hermann ist die Entscheidung noch nicht gefallen.

An dieser Kreuzung Richtung Tiefenbachtal kracht es häufig. Archivfoto: Carsten Riedl

Owen. Der FDP-Landtagsabgeordnete Dennis Birnstock hat sich mit einer Anfrage an Verkehrsminister Winfried Hermann gewandt und sich nach dem Stand der Planungen an der Kreuzung der L 1210 Tiefenbachtal erkundigt. Die Kreuzung ist ein Unfallschwerpunkt. In einer Gemeinderatssitzung in Owen im Dezember hatte die Nachricht für Unmut gesorgt, dass dort eine Ampelanlage entstehen soll. Die Stadtverwaltung bevorzugt jedoch einen Kreisverkehr. Sie hat allerdings in diesem Fall keine Entscheidungskompetenz. Ein Bürger aus Erkenbrechtsweiler hatte daraufhin eine Petition auf change.org gestartet, in der die Errichtung eines Kreisverkehrs gefordert wird und die bislang von 370 Menschen unterschrieben worden ist.

In seiner Antwort an den FDP-Abgeordneten hat Winfried Hermann nun mitgeteilt, dass das Regierungspräsidium Stuttgart die Möglichkeit eines Kreisverkehrs geprüft habe. „Obwohl der Bau eines Kreisverkehrs grundsätzlich nicht ausgeschlossen wurde, muss berücksichtigt werden, dass es sich an diesem Knotenpunkt bereits um eine gut ausgebaute Kreuzung handelt, die über separate Abbiegespuren verfügt und den technischen Vorgaben entspricht. Daher könnte eine Ampelanlage relativ schnell und ohne umfangreiche bauliche Änderungen installiert werden“, heißt es in der Antwort auf Birnstocks Anfrage. Für die Errichtung eines Kreisverkehrs seien dagegen umfassende Planungsarbeiten erforderlich, was größere Eingriffe in die Natur sowie potenziellen Grunderwerb zur Folge habe. Zudem seien die baulichen und finanziellen Aufwände höher als bei der Installation einer Ampelanlage.

Jetzt ist laut Verkehrsminister ein Variantenvergleich geplant. Ob es ein Kreisverkehr oder eine Ampelanlage wird, entscheiden die Straßenbaubehörden anschließend in Abstimmung mit der zuständigen Verkehrsbehörde. Die Anliegerkommunen würden am Entscheidungsprozess beteiligt, heißt es in Hermanns Antwort. Eine Bürgerbeteiligung sei nicht vorgesehen.

„Es ist erstmal positiv zu bewerten, dass der Verkehrsminister einen gefährlichen Abschnitt an der L 1210 beseitigen will“, sagt der FDP-Landtagsabgeordnete Dennis Birnstock. Er wirft dem Minister jedoch mangelnde Kommunikation vor. „Während man in der Zeitung liest, dass die Entscheidung bereits zugunsten einer Ampelanlage gefallen wäre, liest man in der Antwort des Verkehrsministers auf meine Nachfrage, dass es einen Variantenvergleich mit dem von der Gemeinde Owen bevorzugten Kreisverkehr geben soll.“

Birnstock plädiert dafür, den Variantenvergleich abzuwarten und dann nach Vorliegen der voraussichtlichen Kosten, Umsetzbarkeit, Sachgründen und Akzeptanz vor Ort zu entscheiden. „Möglicherweise sind die Kosten des Kreisverkehrs akzeptabel.“