Energie
Nahwärme für Neidlinger Neubaugebiet

Die Idee für ein Neidlinger Nahwärmenetz ist dreieinhalb Jahre alt, nun rückt der geplante Spatenstich in Sichtweite.

Bereits im Sommer 2022 kam in Neidlingen die Idee zu einem Nahwärmenetz auf der Basis von lokalen Holzhackschnitzeln und Solarthermie auf – im Sommer 2026 ist nun der Spatenstich geplant.

Den Anstoß zur Planung gab das Neubaugebiet Schießhütte, das aktuell erschlossen wird und in dem laut Berechnungen einmal rund 100 Menschen leben könnten. Engagierte Neidlinger Bürger gründeten daraufhin die Energiegenossenschaft unter dem Reußenstein, kurz EuReG, und investierten seitdem Hunderte Stunden an ehrenamtlicher Arbeit.

Das Nahwärmenetz soll sich nicht auf das Neubaugebiet beschränken – das ist nur die Keimzelle des geplanten Netzes, das weit größer werden soll. Das erste große Ziel war eine Machbarkeitsstudie: Ist das Vorhaben realistisch? Lässt es sich tatsächlich wirtschaftlich umsetzen? Gibt es genügend Interessenten, also künftige Kunden?

Genossenschaft gibt grünes Licht

Bei einer außerordentlichen Generalversammlung am Donnerstag­abend hat der Genossenschaftsvorstand den Mitgliedern das Ergebnis präsentiert: Es ist positiv. Die Mitglieder beschlossen daraufhin, die Projektplanung wie vorgesehen umzusetzen. 

Beim Schützenhaus wird eine Heizzentrale gebaut, der Netzausbau wird in drei Bauabschnitte aufgeteilt. Der erste Bauabschnitt umfasst die Schloßstraße, die Kirchstraße und die Hofstraße mit ihren Nebenstraßen. Auch das Neubaugebiet Schießhütte und die Siedlung unter dem Schützenhaus gehören dazu. Die Vorbereitungen sind so weit fortgeschritten, dass nun die Genehmigungsanträge eingereicht und die Ausschreibungen erfolgen können.

Die Gesamtinvestition wurde auf rund 7,9 Millionen Euro kalkuliert. Aus dem Förderprogramm des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) liegt bereits eine Zusage über drei Millionen Euro vor. Nach Abzug des Eigenkapitals, das die Energiegenossenschaft EuReG einsetzen kann, bleiben noch 2,9 Millionen Euro, die über Kredite finanziert werden müssen.

Hausaufgaben der EuReG

Zu den aktuellen Hausaufgaben der EuReG gehört der Erwerb der Grundstücke für die Heiz­zentrale und das Solarfeld. Die EuReG muss außerdem die Konzession für das gesamte Netz erhalten, das in die Straßen gelegt wird. Durch die Ausschreibungen der einzelnen Baugewerke müssen Anbieter gefunden werden, die das Nahwärmenetz im Rahmen der kalkulierten, wirtschaftlich vertretbaren Kosten bauen.