Bestattungen
Neidlingen vor heftigem Preissprung

Die Gemeinde hat ihre Friedhofsgebühren neu kalkuliert und bittet kräftig zur Kasse.

Symbolbild: Markus Brändli
Symbolbild: Markus Brändli

Neidlingen. Kaum hat die Gemeinde Neidlingen einen Teil des Friedhofs neu gestaltet, steigen die Preise. Hauptgrund für den Anstieg ist, dass die letzte grundlegende Kalkulation der Friedhofsgebühren aus dem Jahr 2015 stammt – und dass viele Gebühren nicht kostendeckend sind, auch mit den neuen Preisen nicht.

Die Gemeinde hat die gesamten Kosten des Friedhofs erfasst und auf 15 Beerdigungen – das entspricht dem Durchschnitt der vergangenen neun Jahre – verteilt. Mit einer Grabnutzungs­gebühr von 2000 Euro für ein Urnengrab (bisher 1045 Euro), 2700 Euro für eine Einzelgrabkammer (bisher 1360 Euro) und 3700 Euro für eine Familiengrabkammer (bisher 2046 Euro) und den weiteren neuen Sätzen erreicht die Gemeinde bei den Nutzungsgebühren im Durchschnitt eine Kos­tendeckung von 33,5 Prozent. Das heißt: Wollte die Gemeinde ihren Friedhof kostendeckend betreiben, müssten die neuen Gebührensätze im Durchschnitt das Dreifache betragen. Die Nutzung gilt in der Regel für 15 Jahre. Die zusätzliche Belegung eines bestehenden Grabes mit einem Sarg oder einer Urne, also die Umwandlung eines Einzelgrabes in ein Familiengrab, kostet 1000 Euro.

Die Kosten für die Bestattung steigen ebenfalls drastisch – bei einem Erdreihengrab von 593 auf 1675 Euro. Die Beisetzung in einer Grabkammer steigt von 716 auf 1945 Euro, die einer Urne kostet statt 320 nun 1606 Euro. Zusätzlich werden 100 (bisher 120) Euro für die Bestattungsaufsicht fällig.

Das entspricht bei den verschiedenen Bestattungsarten einer Kos­tendeckung von 70 Prozent. Alle Arbeiten führt die Gemeinde Neidlingen inzwischen selbst durch, nur das Öffnen der Grabkammern übernimmt die Firma Hahnel aus Owen. Eine Arbeitsstunde des Bauhofs fließt in die Kalkulation mit 48,88 Euro ein.

Die Neukalkulation war auch nötig, weil neue Bestattungsformen angeboten werden, für die Gebührensätze festzulegen waren. Ebenso stehen nun die Gebühren für die dauerhafte Pflege fest. Bei der Grabform „Bestattung unter Bäumen“ liegen sie bei einmalig 100 Euro für 15 Jahre. Damit sind die Kosten für das Mähen und die Baumpflege abgedeckt. Bei der Urnengemeinschaftsgrabanlage liegen sie bei einmalig 770 Euro, also pro Jahr gut 51 Euro. Auch die Nutzung der Friedhofshalle wurde neu berechnet und von 20 auf 100 Euro pro Tag erhöht, die Reinigung kos­tet statt 25 nun 35 Euro. 

Künftig werde die Gemeinde, wie Bürgermeister Jürgen Ebler ankündigte, die Friedhofsgebühren in kürzeren Abständen neu kalkulieren, nicht erst nach zehn Jahren. So werde es keine derart großen Preissprünge mehr geben.