Wirtschaft
Niedrigwasser sorgt für weniger Schiffsladungen

Wegen niedriger Wasserstände im Neckar können Schiffe nur eine geringere Last transportieren.

Im Durchschnitt werden rund 1,3 Millionen Tonnen Waren jährlich in der Hafenanlage in Plochingen umgeschlagen. Luft nach oben gibt es nach Auskunft der Verantwortlichen noch – könnten an dieser Stelle längere Schiffe fahren. Foto: Philipp Braitinger

Die aktuell niedrigen Wasserstände betreffen auch den Neckar. Der Plochinger Hafen im Landkreis Esslingen muss mit weniger Ladung angesteuert werden. Es braucht also mehr Schiffe.

Die aktuelle Situation, das ist die gute Nachricht, ist längst nicht so dramatisch wie sie es in der Vergangenheit schon war. Dennoch sorgen die momentan niedrigen Flusspegelstände dafür, dass es auch im Plochinger Neckarhafen zu Einschränkungen kommt.

„Die Tendenz geht zurzeit dahin, dass die Schiffe nicht mehr voll beladen werden können“, sagt Hafen-Chef Gerhard Straub. Mit dieser Tatsache ist der langjährige Geschäftsführer zwar wohl vertraut. Sie ist aber immer wieder aufs Neue herausfordernd. Straub erläutert die Konsequenzen: „Um die gleiche Fracht zu transportieren, brauche ich dann nicht nur ein Schiff, sondern zwei.“

Weniger Wasser, höhere Kosten

Das wiederum bedeute, dass die Preise nach oben gingen, da pro Tonne mehr Energie verbraucht werde. „Hinzu kommt, dass der Markt enger wird und es schwieriger ist, überhaupt Schiffe zu bekommen“, ergänzt er. In jedem Fall sei der Aufwand größer, die entsprechenden Kapazitäten zu organisieren, was der Boss des Hafens jedoch ebenfalls schon gewohnt ist. Und so stellt auch Straub unmissverständlich klar: „Wir hatten schon schlimmere Jahre.

Denn mit dem Problem an sich hat er sich arrangieren müssen: „Weniger Schnee im Winter bedeutet weniger Schneeschmelze, womit schon mal die Basis fehlt.“ Zudem regne es manchmal gar nicht und manchmal zu viel, so dass die Konstanz fehle, die es früher einmal gab. „Es ist zwar nicht so, dass wir keine Schiffe mehr herkriegen und genau genommen ist auch nicht der Neckar das Problem, sondern der Rhein.“

Das Aber, das in Straubs Worten mitschwingt: Der Neckar mit seinen 27 und obendrein noch zu kurzen Schleusen ist nicht gerade das, was Schiffseigner oder Kapitäne wirklich prickelnd finden: „Gerade in solchen Zeiten wird mehr als deutlich, dass es attraktivere Strecken für den Güterverkehr auf dem Wasser gibt“, sagt der Hafenchef.