In der jüngsten Gemeinderatssitzung ging es einmal mehr um die geplante Stadterweiterung „Owen West“, die auch eine Ortsrandstraße beinhaltet und die abschnittsweise umgesetzt werden soll. Stadtplaner Manfred Mezger präsentierte den Vorentwurf des Bebauungsplans für das Gebiet „Owen West I“. Es befindet sich zwischen Beurener Straße, den Häusern im Zimmermannweg und der Wölflinstraße.
Was in „Owen West I“ entstehen soll
Im westlichen, der Stadt abgewandten Teil sind Flächen für einen Supermarkt mit Parkplätzen vorgesehen. Im östlichen Teil sind Flächen für Einfamilienhäuser, drei Mehrfamilienhäuser und Gewerbeflächen reserviert. Die Mehrfamilienhäuser sind zwei- oder dreigeschossig geplant. Auf einer Fläche an der Ecke Beurener Straße/Randstraße ist aus Lärmschutzgründen kein reines Wohnhaus möglich. Dort kann sich die Stadtverwaltung ein sogenanntes „urbanes Gebiet“ vorstellen, also eine Mischung aus Wohnen und Gewerbe oder Arzt- beziehungsweise Physiotherapie-Praxis. Insgesamt sollen 30 Wohneinheiten entstehen. Ins Gebiet hinein kommt man über einen Kreisverkehr an der Beurener Straße; die Straße, die durch das Gebiet hindurch führt, ist Teil der Ortsrandstraße, die auch ein Abbiegen zum Zimmermannweg erlaubt.
Warum es ohne Lärmschutzwand nicht gehen wird
Die Ergebnisse der Verkehrsuntersuchung, aus der Stadtplaner Manfred Mezger in der Sitzung zitierte, lassen keinen Zweifel daran, dass die Stadt Owen das Gebiet und seine Bewohnerinnen und Bewohner aktiv vor Lärm schützen muss. Maßnahmen wie beispielsweise Schallschutzfenster werden laut Mezger nicht ausreichen: Es muss eine Lärmschutzwand her. Grund ist unter anderem der Lärm, der heute schon da ist, beispielsweise aufgrund der Gewerbebetriebe im Süden und durch die Beurener Straße. „Dazu werden Emissionen durch den Supermarkt und durch die Randstraße kommen“, sagte Manfred Mezger. Sobald die Randstraße bis zur Schießhüttestraße geht, wird mit 7000 Fahrzeugen täglich gerechnet, die sich den Weg durch die viel befahrene Ortsdurchfahrt sparen wollen und sollen. Nimmt man all diese Emissionen zusammen, werden tagsüber in Teilen des Gebiets und nachts überall Grenzwerte überschritten.
Wie die Wand aussehen soll
Stadtplaner und Stadtverwaltung schlagen eine sogenannte Wall-Wand-Kombination vor, also keine reine Lärmschutzwand, wie man sie beispielsweise in Kirchheim Richtung Schlierbach an der B 297 besichtigen kann. Der 4,50 Meter hohe Wall, der die Wohngebäude auf östlicher Seite schützen soll, soll an der Beurener Straße und der Randstraße entlang nach Norden führen. Eine Unterbrechung ist geplant, damit man zu Fuß zum Supermarkt gelangen kann. Von der Straßenseite aus besteht der Wall aus gestaffelten Natursteinen, auf Grundstücksseite ist eine Böschung vorgesehen, die laut Manfred Mezger in die Gartengestaltung einbezogen werden kann. Diese Lösung ist flächenintensiver als eine reine Lärmschutzwand: Auf Straßenseite ist sie vier Meter tief, auf privater Seite drei Meter. Die Fläche von der Straße bis zur Wand bleibt in den Händen der Stadt. Wie genau der Lärmschutzwall gestaltet werden soll, entscheidet am Ende der Gemeinderat. Der Entscheidungsspielraum hat aber Grenzen, betonte Manfred Mezger. Zumal der geplante Wall auch nicht der Weisheit letzter Schluss ist, denn er würde die Bewohner des dritten Geschosses der Mehrfamilienhäuser nicht wirklich vor Lärm schützen.
Wie hoch die Gebäude werden
Wie hoch die Gebäude werden und wie die Dächer aussehen, steht noch nicht abschließend fest. „Wir würden uns bei den Einfamilienhäusern Stand heute für ein Satteldach entscheiden, weil es sich in den Bestand einfügt“, sagte Manfred Mezger. Die Gebäudehöhe beträgt zehn Meter. Allerdings liegt das Bewässerungskonzept noch nicht vor. „Wenn es notwendig wäre, dass wir für die Entwässerung ein begrüntes Flachdach brauchen, dann kommen wir noch mal auf Sie zu“, sagte Mezger den Räten. Bei einem dreistöckigen Mehrfamilienhaus mit Flachdach läge die Gebäudehöhe ebenfalls bei zehn Metern.
Was der Gemeinderat sagt
Beschließen konnte der Gemeinderat den Vorentwurf nicht, weil sieben Rätinnen und Räte befangen waren, eine Rätin aufgrund von Krankheit entschuldigt war und den sieben Verbliebenen die Beschlussfähigkeit fehlte. Der Beschluss soll in zwei Wochen gefasst werden. Kritik gab es wenig, und wenn, dann hauptsächlich daran, dass Lärmschutzwall und Supermarkt-Parkplatz so viel Platz einnehmen. Ein Gemeinderat plädierte für ein zweigeschossiges Parkhaus, ein anderer dafür, den Parkplatz wenigstens teilweise zu überdachen und mit PV-Modulen auszustatten.

