Gelungener Auftakt der Goldenen Oktobertage des City Rings mit kurzweiligem Museumsfest
Spiel und Spaß rund ums Thema Holz

Mit einem Tag des Sports und dem Staffellauf der Kirchheimer Schulen, einem einfallsreich gestalteten Museumsfest rund um das Kornhaus und dem traditionellen großen Kinder- und Jugendflohmarkt begannen gestern die Goldenen Oktobertage der Gemeinschaft des Kirchheimer Handels City Ring.

Kirchheim. Großes Interesse wurde gestern wieder dem auf der Marktstraße durchgeführten Staffellauf der Kirchheimer Schulen entgegengebracht. Die von der LG Teck organisierte sportliche Begegnung war dann auch wieder der gewohnt starke Publikumsmagnet zum Auftakt der Goldenen Oktobertage der Gemeinschaft des Kirchheimer Handels City Ring.

Vom großen Ansturm der vielen potenziellen „Kunden“ auf Kirchheims „gute Stube“ profitierten neben den Staffelläufern auch die vielen fliegenden Händler. Sie waren bei dem an allen Ecken und Enden der Innenstadt sich ausbreitenden Kinder- und Jugendflohmarkt darum bemüht, durch erfolgreiche Verkaufsverhandlungen ihr Taschengeld etwas aufzubessern – oder aber auch das eine oder andere Schnäppchen selbst mit nach Hause zu nehmen.

Dass ein Museumsbesuch keinesfalls langweilig sein muss, bewiesen Museumsleiter Rainer Laskowski und die rührigen Mitglieder des Arbeitskreises Museumspädagogik. Zwischen dem Literaturmuseum im Max-Eyth-Haus und dem Städtischen Museum im Kornhaus hatten Anette Frey und Heidi Schubert einen abwechslungsreichen historischen Spieleparcours aufgebaut, der Kinder und Erwachsene durchaus zu längerem Verweilen einlud.

Vom antiken Nussrollen aus dem zweiten Jahrhundert nach Christus führte das bezaubernd-nostalgische Angebot bis zur mittelalterlichen Wurf- und Schießpyramide und zum Ballkegeln. Auf dem Programm standen auch Nusspendeln, Tauziehen, das in England beliebte Ringwerfen, das römische Delta-Spiel und das bei Kindern aus der Vor-Computerzeit einst höchst populäre Vergnügen „Nuces Castellatae“.

In der Fußgängerzone direkt vor dem Städtischen Museum im Kornhaus gab es neben einem historischen Kettenkarussell eine große Verpflegungsstation mit ausgewählten Spezialitäten, wie gebrannten Mandeln, Schäfer- und Ritterspießen, Krustenbraten und natürlich auch warmem Met aus Tonbechern.

Zahlreiche Besucher nutzten gestern die Gelegenheit, die 40 000 Jahre unter einem Dach versammelnde Dauerausstellung des Städtischen Museums im Kornhaus zu bewundern. Viele wollten auch die Chance nicht verpassen, einen faszinierenden Blick von ganz oben aus einem der nicht verhängten Fenster unter dem Dach zum benachbarten „Rathausbalkon“ oder über die Dächer der Stadt und auf das Panorama der Schwäbischen Alb zu werfen.

Museumsleiter Laskowski führte interessierte Besucher gewohnt informationsträchtig durch die noch bis zum 14. Oktober im Untergeschoss des Kornhauses geöffnete und sehenswerte Ausstellung „Fachwerk“. Carlo Buck begleitete im Stundenrhythmus Neugierige bis hinauf zur Spitze des Rathausturms, und Wolfgang Fränkel präsentierte vor dem Museum seine „Hui-Maschine“ und zeigte, wie man „aus Holz bastelt“.

Während Saskia Keller einfühlsam vermittelte, wie sich aus bunter Schafwolle und warmem Wasser niedliche Mäuschen formen lassen, konnten die begeistert mitmachenden kleinen Museumsbesucher bei Hannes Wiedmann gleich nebenan lernen, wie Münzen geprägt werden. In der Lederwerkstatt von Nadine Soeffing und Michael Mayer durften sich die Kinder dann auch gleich noch die passende Geldtasche für ihre nur in der Teckstadt gültige historische „Fünf-Pfennig-Münze“ zusammennähen und –nieten oder bei Schreiner Stephan Peschke ihr Initial in Holz schnitzen.

Bei einem Fachwerkquiz konnten die vielen Teilnehmer nicht nur überprüfen, was sie bei dieser facettenreichen Begegnung mit dem Thema Holz schon alles gelernt hatten – sie konnten auch attraktive Preise gewinnen. Sehr interessant und teilweise auch eher rätselhaft war dabei die im Untergeschoss in bunter Folge durcheinander gewürfelte Sammlung stadtbekannter Fachwerkgebäude, die als Modelle ohne die gewohnte Nachbarbebauung nicht immer sofort zugeordnet werden konnten. Hilfe gab dabei eine gewissenhaft zugeklebte Liste der nummerierten Modelle, die dankenswerterweise aber in der Reihenfolge der aufsteigenden Zahlen erstellt und daher als Lösungshilfe auch entsprechend leicht „zu knacken“ war . . .