Sommernachtskino
Ein Schulhof wird zum Film-Theater

Als vorübergehender Ersatz für den Martinskirchplatz soll im August die Alleenschule dienen. Das Open-Air-Festival bleibt damit ganz in der Nähe der Kirchheimer Innenstadt.

Publikum und Leinwand sehen 2026 nicht viel anders aus. Allerdings fehlt dann die Martinskirche als „Kulisse“ des Sommernachtski
Publikum und Leinwand sehen 2026 nicht viel anders aus. Allerdings fehlt dann die Martinskirche als „Kulisse“ des Sommernachtskinos. Archivfoto: Carsten Riedl

Es ist so ähnlich wie bei den Skifahrern, die den kommenden Winter floskelhaft beschwören. Abgewandelt auf das Kirchheimer Open-Air-Kino heißt der Satz dann: Der nächste Sommer kommt bestimmt. Für den Kirchheimer Kino-Sommer stehen sogar schon die Daten fest: Montag, 3. August, bis Samstag, 29. August. Was bisher noch unklar war: Wo wird die Leinwand 2026 aufgebaut? Der Martinskirchplatz steht bekanntlich nicht zur Verfügung, weil die Baustelleneinrichtung für die Sanierung des Kornhauses den halben Platz beansprucht.

Jetzt – kurz vor Weihnachten – sind die Verhandlungen um den Ersatzstandort so weit fortgeschritten, dass Kino-Betreiber Reimund Fischer damit an die Öffentlichkeit gehen kann: „Wir ziehen mit unserem Sommernachtskino vom Martinskirchplatz an die Alleenschule um.“ Zusagen seitens der Stadtverwaltung und der Schulleitung liegen vor, berichtet er. Weiterhin seien aber Details zu klären – in enger Absprache.

„Eine gute Alternative“

„Das ist eine sehr, sehr, sehr gute Alternative“, betont Reimund Fischer. „Auch von der Größe her passt das ganz gut. Wir haben ein ganz ähnliches Platzangebot.“ Größe und Tiefe des Schulhofs entsprächen in etwa dem Martinskirchplatz. Auch die Gastronomie habe einen geeigneten Standort, am Rand des Sportplatzes.

Hat die Martinskirche dem Sommernachtskino schon mehrfach als Zufluchtsort gedient – im Fall eines Gewitters, bei dem Gefahr besteht für die Menschen auf dem Platz –, so ist auch das an der Alleenschule kein Problem: „Sollte ein Gewitter aufziehen, können wir die Aula der Schule nutzen.“

Besprechungen mit Feuerwehr und Ordnungsamt werden ebenfalls noch stattfinden. Das ist aber das übliche Prozedere, das es auch für den Martinskirchplatz regelmäßig braucht. Schließlich kann Sicherheit in solchen Fällen kaum groß genug geschrieben werden.

Die Leinwand soll parallel zur Einfahrt zwischen Schule und Sporthalle aufgebaut werden. „Die Einfahrt selbst muss natürlich freibleiben, sie dient ja auch als Feuerwehrzufahrt“, sagt Reimund Fischer. Zur Umgestaltung des Geländes in ein Freiluftkinoparadies hat er schon viele Ideen im Kopf. „Man kann da auch für die Gastronomie tolle Nischen gestalten. Ich sehe der ganzen Geschichte sehr positiv entgegen.“

Was ihn ebenfalls positiv stimmt, ist die Tatsache, dass sich einige neue Sponsoren gemeldet haben – von sich aus: „Die kommen auch gar nicht unbedingt alle direkt hier aus der Region. Das sehe ich als gutes Zeichen. Es spricht sehr für unser Sommernachtskino, wenn wir weit über Kirchheim hinaus Aufmerksamkeit erregen.“ Nicht zuletzt sieht der Kino-Betreiber darin auch ein positives Signal aus der Wirtschaft, wenn in schwierigen Zeiten Kultur-Sponsoring betrieben wird. 

Das Open-Air-Kino belebt ja auch selbst die Wirtschaft in Kirchheim: „Für das Innenstadtleben in Kirchheim sind wir im Sommer ein wichtiger Bestandteil“, gibt sich Reimund Fischer durchaus selbstbewusst. „Deshalb war es auch ein Wunsch der Stadtverwaltung, dass wir nicht irgendwo am Stadtrand unterkommen, sondern in der Nähe der Innenstadt bleiben. Die Verwaltung hat sich stark für uns und für diesen Ersatzstandort an der Alleenschule eingesetzt.“

Das bewährte Konzept bleibt

Außer am Standort soll sich aber nur sehr wenig am bewährten Konzept ändern: Das Kinder-Kirche-Kino-Programm läuft unverändert weiter. Die Martinskirche steht dafür wie gewohnt zur Verfügung. Auch der Gottesdienst zum Film ist fest eingeplant. In diesem Fall bleibt die Kirche nicht im Dorf, sondern zieht ebenfalls mit um auf den Schulhof der Alleenschule. Dort gibt es an einem Sonntag im August wie seit vielen Jahren den ökumenischen Gottesdienst, in dem ein Film besprochen wird. Auch dem anschließenden Weißwurstfrühstück kann der Umzug an die Jahnstraße nichts anhaben.

Der Blick auf den Schulhof der Kirchheimer Alleenschule entspricht in etwa dem Blickwinkel, den man im August von der Kinoleinwa
Der Blick auf den Schulhof der Kirchheimer Alleenschule entspricht in etwa dem Blickwinkel, den man im August von der Kinoleinwand aus haben dürfte. Archivfoto: Markus Brändli

Für die neue Saison verspricht Reimund Fischer wieder spannende Filme und einen entsprechend abwechslungsreichen Mix. Der eine oder andere Film kommt jetzt schon in die engere Auswahl. Aber für konkrete Angaben zum Programm ist es Mitte Dezember noch bei weitem zu früh.

Nur eine Änderung ist grundsätzlicher Art, und sie soll auch nach der Rückkehr auf den Martinskirchplatz gelten: die Terminierung. Das Sommernachtskino beginnt am Montag, aus gutem Grund. „Das entlastet unser gesamtes Team. Wenn wir am Wochenende aufbauen können, ist das für alle leichter, weil sie nicht extra Urlaub nehmen müssen.“